Behandlungsspektrum

Übersicht häufiger psychosomatischer Erkrankungen, die mit einem Leidensdruck verbunden sind:

Depressionen

Burn-Out und Erschöpfung

Anpassungsstörung Essstörungen

Angststörungen

Zwangsstörungen

Berufliche Neuorientierung

Akute Krisensituation Post-Covid Syndrom

Depression


Typisch sind Niedergeschlagenheit, Antrieblosigkeit oder auch ständige innere Unruhe, Verlust von Interesse an Dingen, die früher Spaß gemacht haben, Lustlosigkeit, Schlafprobleme, Konzentrationsschwierigkeiten, häufige Schuld- oder Minderwertigkeitsgefühle sowie körperliche  Beschwerden wie etwa Schmerzen. Betroffene neigen dazu, sich zurückzuziehen und alles „schwarz“ zu sehen. Ziel einer Psychotherapie ist es, dass Sie wieder Freude, Stolz und Zufriedenheit erleben. In der Therapie werden Sie unterstützt Ihr Leben wieder nach Ihren Wünschen zu gestalten.

Burn-Out & Erschöpfung


Der Begriff Burn-Out wird definiert als eine Überlastungsreaktion beruflich geforderter Menschen, die mit einem vielfältigen, aber unspezifischen Beschwerdebild einhergeht. Auch das Risiko nachfolgender psychischer (insbesondere Depressionen) und körperlicher Erkrankungen (z.B. Herzerkrankungen) ist erhöht. Die Risikogruppe für einen Burnout sind Menschen, die über sehr lange Zeit überdurchschnittliche Leistungen aufrechterhalten und Ergebnisse produziert haben. Die Anzeichen gleichen oft denen einer Depression; Erschöpfung mit reduzierter Leistungsfähigkeit, Energiemangel, Antriebsverlust, Lustlosigkeit, Schlafstörungen, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Entscheidungsschwierigkeiten, Gleichgültigkeit, Verlust von Empathie, Zunahme an (verbaler) Gereiztheit und Aggressivität, Vernachlässigung von privaten Verpflichtungen, Sozialkontakten und Hobbies, Ruhelosigkeit, körperlichen Beschwerden, Zukunftssorgen oder –ängsten, negativen Gedanken, Zynismus, Verbitterung, Selbstabwertungen sowie in schweren Fällen auch Suizidgedanken.

Anpassungsstörungen


Wenn durch ein entscheidendes Ereignis auf einmal die vertrauten Wege und Abläufe wegfallen, müssen Betroffene sich manchmal ganz neu finden. Den meisten Menschen gelingt diese Lebensumstellung nach einiger Zeit. Kommt es im Laufe dieser Anpassung jedoch zu Schwierigkeiten, können Menschen mit Ängstlichkeit, Depressivität oder sozialem Rückzug reagieren.
Eine Anpassungsstörung ist eine vorübergehende Störung und spätestens nach sechs Monaten abgeklungen.

Essstörung


Es gibt verschiedene Erscheinungsformen und diese sind von außen oft nur schwer zu erkennen. Gemeinsame Merkmale verschiedener Essstörungen sind eine übermäßige Beschäftigung mit Essen, Gewicht und dem eigenen Körper. Die Anorexia nervosa (Magersucht) ist geprägt von starker Gewichtsabnahme durch Reduktion der Nahrungsmengen. Bei der Bulimie und der Binge-Eating-Störung kommt es hingegen zu Heißhungerattacken mit Kontrollverlust, auf die gegebenenfalls gegensteuernde Maßnahmen (Erbrechen, Abführmittel, Hungern) folgen. Körperliche Folgeschäden sind oft schwerwiegend. Eine frühzeitige Behandlung ist sehr wichtig. Ziel der Therapie ist alternative Strategien zum Umgang mit Ihren Problemen zu finden.

Angststörungen


Eine behandlungsbedürftige Angst liegt vor, wenn Ängste überhandnehmen oder wenn sie so stark werden, dass es zu großen Einschränkungen im Alltag kommt und die Lebensqualität massiv beeinträchtigt wird. Man unterscheidet folgende Angsterkrankungen:
Agoraphobie - Zumeist Angst vor Situationen, aus denen ein Entkommen schwierig oder peinlich sein könnte (z.B. Menschenmengen, öffentliche Verkehrsmittel, Flugzeug, Autofahren)
Panikstörung - Plötzlich auftretende starke Angstzustände ohne spezifische Auslöser
Soziale Phobie - Angst, sich in sozialen Situationen peinlich zu verhalten oder Fehler zu machen (z.B. Vorträge, Smalltalk bei Meetings oder Einladungen)
Spezifische Phobie - Angst vor bestimmten Situationen oder Objekten (z.B. enge Räume, Höhe, Arztbesuche, Tiere wie Spinnen oder Schlangen, Blut oder Spritzen)
Generalisierte Angststörung - Ständige Sorgen und Befürchtungen vor zukünftigen Unglücken im privaten oder beruflichen Bereich (z.B. Erkrankungen, Arbeitsplatzverlust, finanzielle Schwierigkeiten)

Die oben genannten Angststörungen haben folgende Gemeinsamkeit: Die Betroffenen leiden unter körperlichen Symptomen wie z.B. Schwindel, Zittern, Herzrasen, Beklemmungs- und Erstickungsgefühle, Nervosität oder Benommenheit und suchen deshalb einen Arzt auf. Die Ergebnisse der Untersuchungen sind für die Betroffenen jedoch oft nicht befriedigend, weil Ärzte keine ausreichende körperliche Erklärung für die Beschwerden finden. Wird ein körperliche Erkrankung wie z.B. Schilddrüsenerkrankung ausgeschlossen, kann die Angsstörung sehr gut behandelt werden. Ziel ist es einen neuen Umgang mit der Angst zu erlernen und Vermeidungsverhalten abzubauen.


Zwangsstörungen


Es gibt viele verschiedene Arten von Zwängen. Zunächst einmal werden Zwangsgedanken von Zwangshandlungen (Zwangsritualen) unterschieden. Zwangsgedanken und -handlungen erscheinen den Betroffenen oft selbst sinnlos oder übertrieben, aber sie können diese nicht unterbinden. Die Verhaltenstherapie setzt direkt bei den zwanghaft ausgeführten Handlungen oder Gedanken an.
Zwangsgedanken - Gedanken, die immer wiederkehren und als unkontrollierbar erlebt werden. So denkt jemand vielleicht, dass er obszöne Worte schreien könnte (während eines Konzerts, während einer Familienfeier etc.). Viele Menschen, die Zwangsgedanken haben, erzählen von wiederkehrenden Gedanken oder Vorstellungen, jemandem etwas anzutun (z. B. denkt eine Mutter, sie könnte ihr Kind verletzen).
Zwangshandlungen - z.B. mehrmals kontrollieren, ob die Autotür zu ist, sich die Hände waschen (Waschzwang), Straßenlaternen zählen (Zählzwang) etc. Zwangshandlungen treten oft nach einem Zwangsgedanken auf, um aufkommende Angst zu reduzieren. Die Anspannung sinkt kurzfristig, langfristig werden die Zwangshandlungen jedoch abgenutzt (d.h. sie müssen öfter bzw. länger durchgeführt werden).

Berufliche Neuorientierung


Wenn die berufliche Situation Ursache oder Auslöser für psychische Symptome mit Krankheitswert wird, ist es ggfs. notwendig einen beruflichen Neustart in die Wege zu leiten. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für eine Psychotherapie in diesem Fall nur, wenn infolge der beruflichen Situation eine behandlungsbedürftige psychische Störung entstanden ist. In der Therapie werden Sie unterstützt neue Perspektiven zu erarbeiten.

Akute Krisensituation Post-Covid Syndrom


Über 80% der stationär behandelten Corona-Patienten und etwa ein Drittel der im häuslichen Umfeld Genesenen berichten über anhaltende oder wiederkehrende Beschwerden ("long haulers"), selbst Wochen und Monate nach überstandener Infektion. Man spricht in diesem Kontext von einem „Post-Covid-Syndrom“ oder auch von "Long-COVID".

Typische Symptome, von denen Long-COVID Betroffene berichten sind u.a.:

Müdigkeit (Fatigue)

Schmerzen

Atemprobleme (z.B. Kurzatmigkeit, Husten)

psychische Belastungssymptome (Angst, Depression, Anpassungsstörungen, Konzentrations- und Denkprobleme, Schlafstörungen etc.)

stationär behandelte und z.T. beatmete Patientinnen und Patienten entwickeln zudem nicht selten posttraumatische Belastungsstörungen im Nachgang zur invasiven, intensivmedizinischen Behandlung

Akute Krisensituation Post-Covid Syndrom

Eine Post-Covid-Fatigue geht mit chronischem Müdigkeitsempfinden und einem Leistungsknick einher. Ziel der Therapie ist, Aufgaben eher in kleinere, bewältigbare Einheiten zu unterteilen. Ebenfalls von Bedeutung ist, dass Setzen von Prioritäten und die Aufgaben über die Wochen hinweg zu verteilen.

Die Corona Pandemie hat sehr viele Belastungen mit sich gebracht, die ebenfalls therapeutisch begleitet werden. Berufliche und finanzielle Sorgen (z.B. im Rahmen von Kurzarbeit, Sorgen um den Verlust des Arbeitsplatzes), Einschränkungen im privaten und öffentlichen Leben über Monate, damit einhergehende Isolation und einsamkeitspsychische Belastungssymptome (z.B. Ängste, depressive Verstimmung etc.), partnerschaftliche Konflikte.

Kontraindikation


Eine Behandlung in der Praxis ist nicht möglich, wenn Patienten an akuten Psychosen oder hirnorganischen Störungen leiden. Bei stoffgebundenen Abhängigkeitserkrankungen ist eine Behandlung nur nach einer Entzugstherapie und nach Rücksprache mit den behandelnden Ärzten möglich. Bei akuter Suizidalität ohne Bündnisfähigkeit ist eine stationäre Behandlung notwendig.
Lassen Sie uns gemeinsam den Berg besteigen
Bild eines Telefonhörers und eines Briefumschlags als Symbol für die Kontaktaufnahme
© 2023 Nora Kiendl | Pfaffenhofen an der Ilm
Der HERZMACHT König - Ein gezeichneter König mit goldener Krone